Seit Sommer 2021 hat der Föfe ein Leitbild, das alle Interessierten auf der Homepage finden. Was genau ein Leitbild ist, warum es für uns als Verein so wichtig ist und wie es dank 18 engagierten Föfes entstanden ist, erfahrt ihr in diesem Interview mit Leonie Bozenhard.

Föfe: Leonie, erst mal Danke für dein Engagement und die vielen Stunden, die du gemeinsam mit den anderen in die Entwicklung des Leitbilds gesteckt hast! Was genau ist das Leitbild und warum ist es so wichtig für den Verein?

Unser Leitbild besteht aus einer Vision, die sich wiederum in vier Missionen konkretisiert. Jede Mission ist sozusagen eine von vier Wegen, über die wir zur Vision finden. Das Fundament von all dem sind fünf Werte, die unterstreichen, was uns bei der Zusammenarbeit wichtig ist.

Für den Verein ist das Leitbild wichtig, da es uns ermöglicht, Fragen wie „wo wollen wir hin?“, „was wollen wir konkret machen?“ und „welche Werte prägen diese Arbeit?“ zu beantworten. Das heißt, das Leitbild dient uns in erster Linie als Orientierung. Durch die Ausarbeitung wurde uns wieder deutlich, was den Kern unserer Vereinsarbeit ausmacht. Hierfür haben wir uns ganz explizit mit der Metaebene des Vereins auseinandergesetzt. Diesem Kern haben wir uns genähert, indem wir einerseits das Vergangene evaluiert und andererseits den Ist-Zustand analysiert haben. Am Ende ist uns dadurch bewusst geworden, was für die Zukunft des Vereins und die Mitglieder wichtig ist.

Somit ist das Leitbild für unseren Verein sowohl nach Innen, wie auch nach Außen sehr wichtig, da es transparent schafft.

Föfe: Das klingt alles nach sehr viel Arbeit und rauchenden Köpfen. Was hat euch motiviert, da ans Werk zu gehen?

Die Entwicklung eines Leitbilds stand gefühlt schon immer auf der Agenda. Einige ehemalige Vorstände werden sich bestimmt erinnern 😉 Bei der Klausurtagung im Herbst 2019 gab es dann den zündenden Funken von unserem aktuellen Geschäftsführer Tobias Schwitalla. An ihn werden immer wieder neue Ideen für Aktivitäten, Freizeiten und Betreungsangebote herangetragen. Um zu entscheiden, welche dieser vielfältigen Ideen zur DNA des Föfe passen, hat er sich eine Entscheidungshilfe gewünscht, quasi eine Art Kompass.

Ursprünglich hatten wir geplant, dass wir es bis Ende 2020 schaffen, ein Leitbildprozess mit dem Verein zu durchlaufen. Die Teilnehmenden der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2020 sprachen sich für den Vorschlag aus dem Vorstand und der Geschäftsführung aus und so stand der Entwicklung eines Leitbilds nichts mehr im Wege. Dachten wir 😉 Denn dann begann die Corona-Pandemie und weil wir anfangs der Meinung waren, dass dieser Prozess idealerweise in Präsenzform stattfinden sollte, hat sich der Projektstart immer wieder verschoben. Ende 2020 haben wir uns dann aber doch entschlossen, dass wir in digitaler Form starten möchten, um endlich einen Schritt weiter zu kommen. Tatsächlich haben dann am Ende alle Sitzungen im digitalen Raum stattgefunden.

Föfe: Wie seid ihr konkret vorgegangen?
Notizen aus der Entstehung des Leitsbild auf dem Miro-Board

Uns war es bei der Entwicklung des Leitbildes wichtig, dass das alles transparent und offen stattfindet, also dass alle Personen aus dem Verein sich beteiligen können, wenn sie das möchten. Gleichzeitig haben wir uns aber auch Unterstützung von außen geholt. Adrian Sina Vollmer, seines Zeichen „Agent für SelbstOrganisationsEntwicklung“ aus Freiburg, hat uns mit seiner Expertise begleitet. Neben methodischen Hilfsmitteln hat er uns den imaginären Raum eröffnet, um Zukunftsideen zu spinnen – und uns dann auch wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, wenn wir es nicht von alleine geschafft haben, alle Sichtweisen wieder zusammen zu bekommen.

In drei tagesfüllenden Sitzungen mit Sina (sein Rufname) haben wir mit 18 Personen gearbeitet und diskutiert. Alle Interessierten, die nicht an den Sitzungen teilnehmen konnten, konnten sich zu Beginn durch einen Fragebogen einbringen.

Die größte Herausforderung war für uns alle, eine gemeinsame Vision zu finden und zu konkretisieren. Jeder von uns hatte zwar eine Idee im Kopf, aber es fiel uns schwer, die vielen Ideen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und dabei alle Ebene zu berücksichtigen, die uns wichtig waren und trotzdem das Ganze kurz und knackig zu halten.

Sehr schön waren die kleinen Pausen zwischendurch, die trotz des digitalen Formats sehr witzig waren und die Gesamtsituation immer wieder aufgelockert haben.

Als wir inhaltlich mit dem Leitbild zufrieden waren, hat eine Kleingruppe (bestehend aus Laurie Assenbaum, Isabella Schimkat und mir) die schriftliche Ausarbeitung übernommen. Diese haben wir dann in zwei Feedbackschleifen (wieder á 2 Stunden) der ganzen Gruppe vorgestellt, bis alle Beteiligten zufrieden waren. Zum Schluss haben wir den fertigen Entwurf im Juli 2021 der Mitgliederversammlung vorgestellt. Wir haben uns sehr gefreut, dass die damals anwesenden Mitglieder sich geschlossen für den Entwurf ausgesprochen haben und der Föfe nun endlich sein Leitbild hat.

Föfe: Wie geht’s mit dem Leitbild weiter?

Die nächsten Schritte sind eindeutig: Das Leitbild muss in unsere tägliche Arbeit eingebunden, von den Mitgliedern gelebt und transparent gemacht werden. Dabei ist uns wichtig, dass es zu einem Bestandteil unser Aus- und Weiterbildung wird, uns bei der Nachbereitung der Camps zur Evaluation und vielem mehr dient.

Darüber hinaus soll es für Eltern, Interessierte, Kooperationspartner*innen, Geldgeber*innen unsere Arbeit und das Miteinander transparent sowie den Kern unserer Arbeit auf einen Blick sichtbar machen.

Der Wichtigste ist uns aber, dass es nicht nur ein Papier oder irgendwo auf der Webseite zu finden ist, sondern von den Aktiven des Vereins gelebt und stetig hinterfragt oder weiterentwickelt wird.