Der FöFe ist ein Verein mit einem Büro in Freiburg. Soweit die Fakten. Doch hat er seine Wurzeln im Landkreis Lörrach und seine Baumkronen verzweigen sich in den Rest der Republik – fallweise sogar über diese Grenzen hinaus.

Einer Vorstandssitzung von nördlich des Polarkreises aus beiwohnen? Dank eines persönlichen Kontaktes mit einer/einem Engagierten einer unserer Partnergruppen im griechischen oder spanischen Erasmus gleich Fuß fassen? Oder einfach nur in Köln leben und trotzdem regelmäßig Gesamtleitungen auf Camps rocken? All das ist in unserem Verein möglich – und vieles davon nicht „erst“ seit Corona.
Sicher, die Vorstandssitzungen wurden global geöffnet, das gab es vor Corona nicht und war für viele auch immer ein Grund, nicht Teil des Vorstands sein zu können. Doch ob das so offen bleibt, das ist nicht geklärt.

Was bleibt: Dass es viele viele FöFes gibt, die nicht „vor Ort“ in Freiburg oder im Landkreis Lörrach (zuhause) sind, aber dennoch im FöFe ein Zuhause gefunden haben, zu dem sie immer wieder zurückkehren.
Doch, wie schafft man es, trotzdem mit dem FöFe in Verbindung zu bleiben? Was sind die größten Herausforderungen dabei? Hier ein paar von den Geschichten der „FöFes“ von Fern und Nah.

Chris

Ich bin eigentlich nicht weggereist, sondern wieder nach Hause gereist. Ich habe den Förderkreis vor 30 Jahren in meinem Studium in Freiburg kennengelernt und bin als Quereinsteiger als Betreuer in Korsika gelandet. Nach dem Studium bin ich wieder in meiner alten Heimat in Donaueschingen gelandet. Heute wohne ich in Hüfingen, nur ein paar Kilometer von Donauschingen entfernt. Beim Förderkreis bin ich dann geblieben, weil ich von Primel damals das Angebot bekommen habe, mit nach Schmitzingen zu kommen. Das ist nur etwa eine Stunde mit dem Auto entfernt. Des Weiteren war dies dann auch eher kompatibel zu meinem körperlich anstrengenden Job als Dachdecker, da ich mir lange Bus- und Fährfahrten ersparen konnte. Für alle weiteren Aktionen (Catena, etc.) hab ich keine weiteren Anfahrtswege wie anderthalb Stunden, was von meiner Seite nicht als weit empfinde.

Chris

Chris auf seinem Balkon in Hüfingen

Gwen

Gwen während ihres Erasmus in Norwegen

Ich bin aktuell in Norwegen, wo ich seit Beginn 2022 bin, um ein Auslandssemester in Trondheim zu verbringen. Beim FöFe ehrenamtlich aktiv bin ich seit 2010. Ziemlich zu Beginn, als ich Begegnunsteamvertreterin war habe ich in Konstanz gewohnt, da bin ich beinahe jeden Monat mit dem Fernbus nach Freiburg gefahren, um an Vorstandssitzungen teilzunehmen. Doch da hat die Pandemie uns auf jeden Fall einen Gefallen getan, gemeinsame Treffen sind online viel akzeptierter und einfacher geworden. Deshalb kann ich in Norwegen zum Glück online an den Vorstandssitzungen und sogar manchen Schulungen teilnehmen. Außerdem telefoniere ich ab und an mit Tobi und Tom (wenn er mich gerade nicht besucht :D), bin aber auch sehr froh, dass ich mich auf den Vorstand und die Geschäftsführung verlassen kann und den Verein in guten Händen weiß, obwohl ich nicht vor Ort bin. Und auch die Campvorbereitung läuft mittlerweile viel digital. Dennoch freue ich mich schon sehr auf den Campsommer, wenn ich wieder live dabei sein kann und alle sehen werde und wieder umarmen kann, auch die Vorstandssitzungen machen viel mehr Spaß, wenn man sich im HdE treffen kann und danach vielleicht noch gemeinsam länger sitzen bleibt. Für mich war es aber keine Frage nicht mehr beim FöFe aktiv zu sein, für meine Zeit in Norwegen, dazu bin ich viel zu tief und lange mit unserem Verein verbunden. FöFe gehört für mich einfach zum Leben dazu und ich werde immer versuchen Zeit und Möglichkeiten zu schaffen, um dabei zu sein und zu bleiben.

Sophia

Hi, mein Name ist Sophia und ich bin vor zwei Jahren für mein Studium nach Berlin gezogen. Beim Föfe bin ich seit 2018 als Betreuerin aktiv und habe auch in den Jahren davor schon mehrere Kinder- und Jugendzeltlager als Teilnehmerin miterlebt.
Nachdem ich mit 16 das letzte Mal auf einem Jugendzeltlager in Schmitzingen war, bin ich mit meiner Familie 2016 aus Lörrach weggezogen und habe danach jegliche Verbindungen zum Föfe verloren. Dank meiner sehr guten Freundin Franzi bin ich 2018 wieder auf den Verein gestoßen und habe in dem gleichen Jahr meine Neueinsteigerausbildung gemacht. Auch wenn ich mittlerweile am anderen Ende des Landes lebe, bin ich trotzdem mit dem Föfe verbunden, sei es über die Camps im Sommer oder über andere Events mit Föfe-Betreuern, die das Jahr über stattfinden. Was ich hierbei am meisten vermisse sind nicht nur die Föfes selbst oder die coolen Erlebnisse, sondern auch den Schwarzwald. Denn ganz ehrlich? Nichts geht über den Schwarzwaldvibe <3

Sophia in Berlin

Isabella

Ich lebe gerade in Balingen, das ist in der Nähe von Tübingen – also im Schwabenland. Zuerst hat mich das Studium und dann die Liebe hierher verschlagen. Ich bin seitdem ich 15 bin beim FöFe, meine Mama ist damals über einen Flyer im Landratsamt auf den FöFe aufmerksam geworden.
Ich war noch nie in der geografischen Nähe des FöFe. Als ich noch jünger war, habe ich im Landkreis Waldshut gewohnt – also ganz nah an Schmitzingen dran. Dort war ich allerdings immer nur als Betreuerin im Rheintalcamp (= früherer Name des IC Black Forrest). Ich hab‘s nie geplant, näher an den FöFe „ran“ zu ziehen – und hab‘s auch nicht vor. Und trotzdem hab ich es geschafft, jetzt schon seit 15 Jahren beim FöFe dabei zu bleiben. Das klappt, indem ich mit einzelnen Personen im engen Austausch bleibe. Das sind hauptsächlich jene, mit denen ich viele Jahre Camps gemeinsam gemacht habe und dadurch Freundschaften entstanden sind. Außerdem habe ich mir vorgenommen, jedes Jahr mindestens an zwei FöFe-Wochenenden teilzunehmen – sei es am Catena, bei der Nachbereitung oder bei einer Schulung. Zudem besuche ich auch die Camps im Sommer – oft dann länger als ursprünglich geplant. Vor allem, wenn ich weiß, dass ich kein ganzes Camp machen kann, sind mir die Besuche sehr wichtig.
Die größte Herausforderung, am Ball zu bleiben, besteht wohl darin, dass man die Leute nicht regelmäßig sieht und es dann schnell passieren kann, dass man länger nichts voneinander hört. Das Coole ist, selbst wenn man sich dann gefühlt „verspätet“ meldet, ist einem da in purer FöFe-Mentalität niemand böse, sondern da ist einfach nur Freude. Diese Mentalität, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen und sich dann in dem Moment daran zu erfreuen, was man hat, das finde ich sehr angenehm und hat mir schon immer Spaß gemacht. Und zugleich weiß ich, dass ich mich auf diese Leute, die ich dort schon seit so vielen Jahren kenne, definitiv verlassen kann.
Ein weitere Herausforderung ist natürlich die Entfernung, das darf man nicht vergessen. Für mich sind es über zwei Stunden Fahrt nach Freiburg. Und mal eben nur für einen Tag nach Freiburg fahren, ja, das ist schon machbar, aber halt nicht unbedingt angenehm, dann noch vier Stunden im Auto zu sitzen für vier Stunden Besuch. Das heißt, ich versuche dann wenn dann über‘s Wochenende zu bleiben und dann gleich mehrere Leute zu treffen.

Anna

Ich habe zwischen 2010 und 2014 für mein Studium in Berlin gelebt. Der Föfe war mir schon immer sehr wichtig, weshalb es für mich klar war, dass ich den Kontakt und die Arbeit mit dem Verein beibehalten möchte. Ich versuchte damals die Termine so früh wie möglich zu erfahren, damit ich die Schulungen, Camps und Treffen einplanen kann. Falls hierbei Termine kollidierten, zog ich meistens den Föfe vor 🙂
Zu den größten Herausforderungen zähle ich die langen Fahrten und dass man ab und an auch einfach spontane Treffen mit Freunden verpasst. Aber der Föfe ist so sehr mit meinem Leben verwoben, dass es eigentlich keine extra Herausforderung darstellt. Der Föfe ist mit einer der größten Gründe, warum ich nach meinem Studium dann nun nach Freiburg gezogen bin. Durch ihn habe ich nicht nur Freunde und quasi Familie gewonnen, sondern auch ein sicheres soziales Umfeld und das Gefühl „daheim zu sein“. Was mich auch mit der Distanz damals beim FöFe gehalten hat sind die Menschen, Freunde, Beziehungen und die Verbundenheit, etwas wunderbares und einzigartiges gemeinsam im Sommer erschaffen zu können 🙂

Urs

Urs während seiner Zeit in Dortmund

Ich wohne nun wieder seit fast fünf Jahren im schönen Freiburg, war aber davor gute drei Jahre im fernen Ruhrgebiet, genauer in Dortmund. Dorthin hat es mich 2014 für mein Masterstudium gezogen.
Tatsächlich bin ich seit 2005 Betreuer beim FöFe und seit 2008, mit einer größeren Unterbrechung zu Dortmunder Zeiten, Teil des Vorstandes. Die Verbindung zum Verein zu halten fiel durch die lange aktive Zeit im Vorstand nie schwer. Regelmäßig bin ich für Wochenenden oder als Besucher der Schwarzwald-Camps in den Süden gereist. Die größte Herausforderung dabei ist jedoch, am Geschehen im Verein auch unterm Jahr interessiert und eng dran zu bleiben. Durch die räumliche Entfernung kriegst du viel gar nicht mehr mit, was neben den Veranstaltungen und Camps passiert. Man muss sich aktiv um den sozialen Kitt bemühen. Kontakt über Social Media, per Nachrichten oder auch mal per Video-Call gleichen hierbei aber sehr vieles aus. Alles in Allem muss man schon sagen, der FöFe ist definitiv ein Verein, der auch Teilhabe aus alle Ecken dieser Welt ermöglicht, so lange man es schafft ab und an zu Wochenenden und Camps anzureisen.

Die Internationals und die Locals

Auch viele „Internationals“, also dem FöFe verbundene Engagierte aus unseren Partnerorganisationen kennen diese Herausforderungen. Viele von ihnen dürfen wir bei unserer großen Geburtstagsparty im September in Lörrach erneut willkommen heißen. Und du hast dann die Möglichkeit, sie (noch besser) kennenzulernen. Wie wäre es mit diesem Thema als Einstieg in ein spannendes Gespräch? Let the FöFe-Fever do it‘s magic 💓

Abschließend auch von mir (Verena) als Kuratorin des Geburtstagsblogs und explizit dieses Beitrages: DANKE an alle „vor Ort“ gebliebenen, dass ihr uns von nah und fern immer wieder hereinlasst in die FöFe-Liebe, uns Tür und Tor öffnet, uns Herberge gebt und dem Verein damit wichtige Säulen seid.